Höhenkrankheit-Test: so funktioniert der Lake-Louise-Score
Veröffentlicht 26. Mai 2026 · 6 Min. Lesezeit

Für Bergreisende, Trekker und Expeditionsbergsteiger ist so ein Höhenkrankheit-Test wertvoll. Viele sind nämlich unsicher: Gehören diese Kopfschmerzen noch zu den ersten Tagen in der Höhe, oder ist das der Beginn von AMS? In diesem Artikel erfährst du, wie der Lake-Louise-Score funktioniert, wann du nicht weiter aufsteigen solltest und warum das vorherige Schlafen in einem Höhenzelt das Risiko einer Höhenkrankheit erheblich senken kann.
Kurze Antwort: Der Lake-Louise-Score ist ein praktischer Höhenkrankheit-Test. Bei einem Score von 3 oder höher, in Kombination mit Kopfschmerzen, ist eine akute Höhenkrankheit wahrscheinlich. Je höher der Score, desto wichtiger wird es, nicht weiter aufzusteigen, zusätzlich zu ruhen oder abzusteigen.
Fazit: Der Lake-Louise-Score macht Höhenkrankheit besser messbar.
Nuance: Der Score bleibt ein Hilfsmittel und ersetzt keine medizinische Beurteilung.
Praktischer Anker: Vorab mit einem Höhenzelt zu akklimatisieren senkt das Risiko von Beschwerden erheblich.
Was ist der Lake-Louise-Score als Höhenkrankheit-Test?
Der Lake-Louise-Score ist ein internationaler Fragebogen zur Beurteilung der akuten Höhenkrankheit. Ärzte, Bergführer, Forscher und Expeditionsleiter nutzen diesen Höhenkrankheit-Test, um Beschwerden in der Höhe strukturiert zu interpretieren.
Der Test ist vor allem relevant, wenn du kürzlich über etwa 2500 Meter gekommen bist. Auf dieser Höhe steht deinem Körper weniger Sauerstoff zur Verfügung. Geht der Aufstieg schneller als deine Akklimatisierung, können Beschwerden entstehen.
Bei Höhenkrankheit geht es fast nie um ein einzelnes Symptom. Vor allem die Kombination aus Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und schlechtem Schlaf macht die Beurteilung stärker.
Welche Symptome zählt der Höhenkrankheit-Test?
Der Lake-Louise-Score zählt fünf Hauptbeschwerden. Jeder Punkt bekommt einen Score von 0 bis 3. Je schwerer die Beschwerde, desto höher der Gesamtscore.
- Kopfschmerzen
- Übelkeit oder verminderter Appetit
- Müdigkeit oder Schwäche
- Schwindel oder Benommenheit
- Schlechterer Schlaf als normal
Kopfschmerzen spielen eine zentrale Rolle. Ohne Kopfschmerzen spricht man nach den Lake-Louise-Kriterien meist nicht von einer klassischen akuten Höhenkrankheit.
Realitätscheck
Viele Bergreisende schieben milde Beschwerden zu leicht beiseite. Gerade leichte Kopfschmerzen, schlechterer Schlaf und weniger Appetit können zusammen ein frühes Signal sein. Genau deshalb ist ein Höhenkrankheit-Test nützlich.
Ab welchem Lake-Louise-Score hast du Höhenkrankheit?
| Lake-Louise-Score | Interpretation | Praktische Maßnahme |
|---|---|---|
| 0 bis 2 | Meist normale Akklimatisierung | Ruhig weiter beobachten |
| 3 bis 5 | Milde Höhenkrankheit möglich | Nicht weiter aufsteigen bis zur Besserung |
| 6 bis 9 | Deutliche AMS | Ruhetag einlegen oder Abstieg erwägen |
| 10+ | Schwere Beschwerden | Medizinische Hilfe und Abstieg ernsthaft erwägen |
Interpretation: meist normale Akklimatisierung
Maßnahme: ruhig weiter beobachten
Interpretation: milde Höhenkrankheit möglich
Maßnahme: nicht weiter aufsteigen bis zur Besserung
Interpretation: deutliche AMS
Maßnahme: Ruhetag einlegen oder Abstieg erwägen
Interpretation: schwere Beschwerden
Maßnahme: medizinische Hilfe und Abstieg ernsthaft erwägen
Ein höherer Score bedeutet nicht automatisch, dass du in akuter Lebensgefahr bist. Er bedeutet aber, dass dein Körper Mühe mit der Höhe hat. Weiter aufzusteigen ist dann unvernünftig.
Lies auch, wie du Höhenkrankheit erkennst und wie du handeln solltest, wenn Beschwerden zunehmen.
Wann ist ein Höhenkrankheit-Test besonders wichtig?
Ein Höhenkrankheit-Test ist vor allem nützlich, wenn Beschwerden vage sind. Das passiert oft in den ersten Tagen eines Trekkings oder einer Besteigung. Du bist müde, schläfst schlechter und hast vielleicht leichte Kopfschmerzen. Das kann normal sein, aber es kann auch der Beginn von AMS sein.
Nutze den Lake-Louise-Score vor allem, wenn:
- du über 2500 Meter kommst
- du kürzlich schnell aufgestiegen bist
- Kopfschmerzen mit Übelkeit oder schlechtem Schlaf einhergehen
- du dich schlechter erholst als normal
- du zweifelst, ob weiteres Aufsteigen sinnvoll ist
Wann ist es keine Höhenkrankheit?
Nicht jede Beschwerde in der Höhe ist eine akute Höhenkrankheit. Das macht die Interpretation manchmal schwierig. Kopfschmerzen können auch durch Dehydrierung, Sonne, Anspannung, Kälte oder Schlafmangel entstehen.
| Beschwerde | Ähnelt Höhenkrankheit | Andere mögliche Ursache |
|---|---|---|
| Kopfschmerzen | Ja | Dehydrierung, Sonne, Anspannung |
| Schlechter Schlaf | Ja | Jetlag, Stress, Kälte |
| Übelkeit | Ja | Magenprobleme oder Ernährung |
| Müdigkeit | Ja | Schwere Belastung oder Schlafmangel |
Ähnelt Höhenkrankheit: ja
Andere Ursache: Dehydrierung, Sonne oder Anspannung
Ähnelt Höhenkrankheit: ja
Andere Ursache: Jetlag, Stress oder Kälte
Ähnelt Höhenkrankheit: ja
Andere Ursache: Ernährung oder Magenprobleme
Ähnelt Höhenkrankheit: ja
Andere Ursache: schwere Belastung oder Schlafmangel
Deshalb reicht eine einzelne Beschwerde als Diagnose nicht aus. Die Stärke des Lake-Louise-Scores liegt im Gesamtbild.
Warum nur die Sättigung zu messen nicht ausreicht
Viele nutzen ein Pulsoximeter als Höhenkrankheit-Test. Das ist verständlich, aber nicht ganz richtig. Eine niedrige SpO2 kann in der Höhe normal sein, besonders in den ersten Tagen.
Umgekehrt können Menschen mit einer passablen Sättigung trotzdem deutliche AMS-Beschwerden entwickeln. Deshalb bleibt die Sauerstoffsättigung in der Höhe vor allem als Trend interessant. Nicht als isolierter absoluter Wert.
Was die Forschung zeigt
Symptome, Schlafqualität, Erholung und SpO2-Trend ergeben zusammen ein stärkeres Bild als eine einzelne Sättigungsmessung. Der Lake-Louise-Score ergänzt diese Messung praktisch.
So überwachst du das objektiv
Eine gute Beurteilung kombiniert den Höhenkrankheit-Test mit anderen Signalen. Schau also nicht nur auf den Score, sondern auch auf den Verlauf über mehrere Stunden oder Tage.
| Monitoring | Worauf achtest du? | Wann aufpassen? |
|---|---|---|
| Score | Steigender Lake-Louise-Score | Score bleibt über 3 oder steigt weiter |
| SpO2-Trend | Abfall über mehrere Messungen | Abfall in Kombination mit Beschwerden |
| Schlaf | Immer schlechtere Erholung | Aufwachen mit Kopfschmerzen oder Übelkeit |
| Leistungsfähigkeit | Normales Tempo fühlt sich extrem schwer an | Deutlicher Rückstand gegenüber der Gruppe |
Worauf achtest du? steigender Lake-Louise-Score
Wann aufpassen? Score bleibt über 3 oder steigt weiter
Worauf achtest du? Abfall über mehrere Messungen
Wann aufpassen? Abfall in Kombination mit Beschwerden
Worauf achtest du? immer schlechtere Erholung
Wann aufpassen? Aufwachen mit Kopfschmerzen oder Übelkeit
Worauf achtest du? normales Tempo fühlt sich extrem schwer an
Wann aufpassen? deutlicher Rückstand gegenüber der Gruppe
Wie ein Höhenzelt das Risiko einer Höhenkrankheit senkt
Ein Höhenkrankheit-Test ist vor allem während der Reise nützlich. Die beste Strategie beginnt aber schon vor der Abreise. Vorheriges Schlafen in einem Höhenzelt kann das Risiko einer Höhenkrankheit erheblich senken.
Mit einem Höhenzelt schläfst du über mehrere Wochen in normobarer Hypoxie. Dabei bleibt der Luftdruck gleich, aber der Sauerstoffanteil sinkt. Dein Körper bekommt dadurch schon zu Hause einen kontrollierten Sauerstoffreiz.
Das macht die Akklimatisierung planbarer. Du kannst Schritt für Schritt aufbauen, deinen SpO2-Trend verfolgen und deinen Körper sich gewöhnen lassen, bevor du in den Bergen ankommst.
- Geringeres Risiko für Kopfschmerzen in den ersten Tagen in der Höhe
- Besserer Schlaf und ruhigere Erholung in der Höhe
- Geringeres Risiko für Übelkeit und Appetitverlust
- Mehr Stabilität im SpO2-Trend
- Mehr Kontrolle über deine Vorbereitung
Ein Höhenzelt ist keine vollständige Garantie gegen Höhenkrankheit. Es macht die Akklimatisierung aber kontrolliert, messbar und planbar. Dadurch sinkt das Risiko von Beschwerden oft erheblich.
Lies auch mehr über die Akklimatisierung zu Hause für Bergexpeditionen und wie du eine Vorbereitung ruhig aufbaust.
Wann solltest du nicht weiter aufsteigen?
Steig nicht weiter auf, wenn:
- dein Lake-Louise-Score über 3 bleibt
- Kopfschmerzen deutlich schlimmer werden
- Übelkeit oder Schwindel zunehmen
- Ruhe keine Besserung bringt
- deine Leistungsfähigkeit auffällig nachlässt
Bei schweren Anzeichen wie Verwirrtheit, Koordinationsproblemen, Atemnot in Ruhe oder extremer Schwäche muss ein Abstieg immer ernsthaft in Betracht gezogen werden.
Lies auch, wie du bei akuter Höhenkrankheit handeln solltest.
Willst du das Risiko einer Höhenkrankheit vorab senken?
Mit einem Höhenzelt kannst du dich zu Hause kontrolliert auf dein Trekking, deine Expedition oder deine Besteigung hin akklimatisieren. Vor allem bei Reisen über 3000 Meter hilft das, besser vorbereitet anzukommen.
FAQ zum Höhenkrankheit-Test
Was ist der beste Höhenkrankheit-Test?
Der Lake-Louise-Score ist der bekannteste praktische Höhenkrankheit-Test für die akute Höhenkrankheit. Der Test kombiniert mehrere Symptome in einem Score.
Ab welchem Lake-Louise-Score hast du Höhenkrankheit?
Meist ab einem Score von 3 oder höher, kombiniert mit Kopfschmerzen.
Kannst du Höhenkrankheit mit einer normalen Sättigung haben?
Ja. Symptome und Leistungsfähigkeit bleiben wichtiger als eine einzelne SpO2-Messung.
Sind Kopfschmerzen in der Höhe immer Höhenkrankheit?
Nein. Dehydrierung, Sonne, Stress und Schlafmangel können ähnliche Beschwerden auslösen.
Hilft ein Höhenzelt gegen Höhenkrankheit?
Ein Höhenzelt senkt das Risiko einer Höhenkrankheit erheblich, bietet aber keine vollständige Garantie.
Quellen und Vertiefung:
Fazit: Nutze den Höhenkrankheit-Test als Entscheidungshilfe
Der Lake-Louise-Score ist ein wertvoller Höhenkrankheit-Test, weil er Beschwerden objektiver macht. Nicht eine einzelne Messung entscheidet, ob du sicher weitergehen kannst, sondern das Gesamtbild.
Kombiniere den Score deshalb mit deinem SpO2-Trend, deiner Schlafqualität, deiner Erholung und deiner Leistungsfähigkeit. Werden die Beschwerden schlimmer, ist Nicht-weiter-Aufsteigen oft die vernünftigste Wahl.
Wer vorab in einem Höhenzelt schläft, baut schon vor der Abreise einen kontrollierten Sauerstoffreiz auf. Das senkt das Risiko einer Höhenkrankheit erheblich und macht deine Vorbereitung messbarer, ruhiger und besser planbar.
Lies unseren Haftungsausschluss zu Höhen- und Gesundheitsinformationen


